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25. September 2017

99 Dinge, die mich vom Lesen abhalten können

Wer kennt das nicht, man sucht sich ein nettes Plätzchen, um in Ruhe zu lesen. Und dann wird man einfach permanent davon abgehalten, sich auf sein Buch zu konzentrieren. Alle Leseratten werden solche Störfaktoren kennen und ich dachte mir, ich lege mal meine ganz persönliche "Alles, was mich vom Lesen abhält"-Liste an. Ich gebe zu, dass auch ein paar erfreuliche Punkte dabei sind, aber die meisten Dinge sind für mich einfach nur nervig.

Ergänzungen, Kritik und Mitleid bitte in die Kommentarbox! 😶

Ich will lesen, aber...

  1. die Umgebungslautstärke ist zu hoch (und ich habe meine Ohropax nicht dabei).
  2. die Umgebungslautstärke sprengt meine Ohropax.
  3. es ist zu dunkel.
  4. es ist zu kalt.
  5. es ist zu warm.
  6. es ist zu windig. 
  7. es regnet.
  8. es schneit.
  9. ich kann mich nicht konzentrieren (warum auch immer).
  10. meine Zeit reicht nicht, um mehr als ein paar Seiten zu lesen. 😒
  11. ich müsste eigentlich etwas anderes für Schule, Uni oder Arbeit lesen und das verdirbt mir die Freude an meiner Freizeitlektüre.
  12. eine Fliege/Wespe/Biene schwirrt bedrohlich um mich herum.
  13. eine meiner Katzen will kuscheln. 😏
  14. mindestens eine meiner Katzen will spielen/Aufmerksamkeit.
  15. mindestens eine meiner Katzen will Futter.
  16. mein Kater will nach dem Fressen gestreichelt werden (Rituale müssen sein).
  17. es klingelt ständig an der Tür.
  18. ich bekomme Hunger.
  19. ich esse mit den Fingern und muss sie erst sauber machen, bevor ich das Buch wieder zur Hand nehmen kann.
  20. das Telefon/Handy klingelt.
  21. ich bekomme eine WhatsApp-Nachricht nach der anderen.
  22. ich muss ständig auf´s WC, weil ich nebenher zu viel Wasser/Tee trinke.
  23. irgendjemand kommt und respektiert nicht, dass ich lesen möchte.
  24. ich sitze im Bus und der/die Fahrer/in fährt so, als würde uns der Teufel jagen. 
  25. ich sitze in Bus oder Bahn und bekomme beim Lesen Kopfschmerzen.
  26. ich kann nicht entspannen, denn ich muss noch duschen, essen und danach früh ins Bett. 
  27. aber dann versumpfe ich auf Youtube...
  28. das Buch langweilt mich so, dass ich mir ewig lang überlege, ob ich es aufgeben soll und ich in dieser Zeit das Buch hätte zu Ende lesen können.
  29. die Nachbarn hören laute Musik.
  30. die Nachbarn haben den Fernseher auf volle Pulle gestellt.
  31. die Kinder der Nachbarn veranstalten ein Schreikonzert.
  32. der Nachbar, der allen auf die Nerven geht, steht vor der Tür.
  33. ein Nachbar renoviert.
  34. meine Brille ist schmutzig.
  35. ich bekomme meine Brille nicht richtig sauber.
  36. die Wäsche muss dringend gemacht werden.
  37. der Nachbar hat sein Auto mit extrem scharfgestellter Alarmanlage mal wieder über das Wochenende auf der Straße abgestellt und ist auf und davon (mi-o mi-o mi-o mi-o....)
  38. irgendwer quasselt um mich herum (und ich bekomme es nicht hin, bei Gesprächen anderer nicht zuzuhören).
  39. ich habe es nicht bequem genug, um in meinem Buch versinken zu können.
  40. eine Lampe flackert.
  41. irgendjemand oder irgendetwas macht ein nerviges, monotones Geräusch (z.B. Wasserhahn).
  42. ich hab in einem Onlinespiel irgendwas extrem wichtiges zu tun und kann nur daran denken.
  43. die Raben vor meinem Fenster ziehen wieder ihr tägliches Ritual ab (voll creepy!).
  44. jemand knallt ununterbrochen die Lifttür.
  45. neben mir sitzen laut quasselnde Studenten.
  46. neben mir sitzen laut quasselnde sonstige Mitmenschen.
  47. irgendetwas fällt in der Wohnung spontan um, die Katzen sitzen neben mir und wir wundern uns alle drei, was da wohl war.
  48. die Decke ist so weich und gemütlich, dass ich einfach einschlafe.
  49. ich entdecke einen Leberfleck an meinem Körper (oder auf dem eines anderen) und ich frage mich, ob der schon immer so aussah.
  50. ich habe das Gefühl, dass der Geist einer Katze neben mir sitzt. 
  51. ich habe das Gefühl, dass ein menschlicher Geist neben mir sitzt.
  52. ich habe das Gefühl, dass ich beobachtet werde.
  53. ich frage mich andauernd, was sich der Autor des Buches beim Schreiben so gedacht hat.
  54. ich fange an, das Buch selbst weiterzudichten.
  55. ich erinnere mich daran, dass es neue Folgen meiner Lieblingsserie gibt.
  56. ich schaue den Trailer zum Film des Buches, das ich gerade lese.
  57. ich hoffe die ganze Zeit, dass der Spoiler, den man mir freundlicherweise zu dem Buch mitgegeben hat, ein Scherz war.
  58. ich habe den Film zum Buch schon gesehen und bin ständig am Vergleichen.
  59. ich finde den Film viel besser als das Buch.
  60. ich stelle mir vor, ob man das Buch gut verfilmen könnte.
  61. ich frage mich, ob man aus dem Buch eine ganze Serie/Filmreihe machen könnte.
  62. ich beginne den Protagonisten/die Protagonistin zu hassen.
  63. ich frage mich, ob es Merchandising zum Buch gibt.
  64. ich fange an nach Merch zum Buch zu suchen.
  65. auf dem Balkon sitzt ein süßer Vogel.
  66. die Katzen wollen den süßen Vogel, der auf dem Balkon sitzt, fressen und hämmern wie wild an die Balkontür.
  67. ich entdecke Katzentapsen an der Fensterscheibe der Balkontür und bekomme den Drang  sie wegzuwischen.
  68. eine Glühbirne gibt auf und ich sitze im Dunkeln.
  69. Stromausfall! 😠
  70. ich bemerke, dass die Schulglocke der benachbarten Schule viel zu laut eingestellt ist.
  71. ich finde meine Katzen so schön, dass ich sie nur noch ansehen und streicheln will.
  72. ich habe vergessen Oma anzurufen!
  73. mein Ohr juckt ständig.
  74. meine Wimpern schlagen an meinen Brillengläsern an und ich muss meine Brille alle 10 Minuten putzen.
  75. ich frage mich, was ich als nächstes Lesen soll.
  76. ich ärgere mich noch immer über irgendetwas, das schon Stunden zurück liegt.
  77. meine Haare nerven!
  78. ich habe an dem Tag noch einen Termin und denke de halbe Zeit darüber nach, wie viel Zeit ich noch zum Lesen habe.
  79. ich fange an, der Geschichte gedanklich Charaktere aus anderen Büchern hinzuzufügen.
  80. ich beschließe, im Garten zu lesen, und es dauert ewig, bis ich unten ankomme.
  81. ich beschließe, im Garten zu lesen, aber draußen ist es viel zu laut zum Lesen.
  82. ich bekomme Kopfschmerzen.
  83. mein Handy erinnert mich daran, dass ich lange keinen Sport gemacht habe und ich bekomme ein schlechtes Gewissen.
  84. ich bekomme Lust, mir zum gefühlt fünfhundertsten Mal Game of Thrones anzusehen.
  85. ich bekomme Lust, mir zum gefühlt tausendsten Mal Herr der Ringe anzusehen.
  86. ich muss ständig husten. 
  87. mein Tee ist kalt geworden und ich ärgere mich darüber.
  88. ich frage mich, ob jemand aus meinem Umfeld das Buch schon gelesen hat.
  89. ich frage mich plötzlich, ob mir weißblonde Haare stehen würden.
  90. ich entscheide mich, mir wieder die Haare bunt zu tönen.
  91. eine meiner Katzen macht Blödsinn.
  92. meine Wärmflasche ist kalt geworden und ich muss sie nachfüllen.
  93. die Nachbarn singen lautstark.
  94. es ist Feiertag und extrem ruhig im Haus, bis die Familie über mir heimkommt und schwupps ist die Konzentration komplett weg.
  95. ich bemerke dass ich ein Loch in der Socke habe.
  96. der Honigmann klingelt.
  97. die Zeugen Jehovas klingeln.
  98. jemand wirft etwas durch den Briefschlitz in der Tür und ich muss sofort nachschauen, was es ist. 
  99. mir fällt ein, dass ich bloggen wollte.
Es ist ein Wunder, dass ich überhaupt noch zum Lesen komme..! Übrigens, die Nummer 100 habe ich für euch aufgehoben. Bitte um Ergänzung! 😶

25. Mai 2017

Parzival, Erzählung mit Musik in Hall in Tirol (7. April 2017)

Da mich meine Gesundheit immer noch ärgert, kommt dieser Bericht leider sehr spät. Aber da die Chancen ganz gut stehen,  dass diese Veranstaltung in den kommenden Jahren wiederholt wird, kann dieser Post vielleicht in Zukunft für einige Leute noch vonnutzen sein. 

Bei dieser Veranstaltung sollte sich sich alles um Wolframs von Eschenbach Parzival drehen. Beim Parzival handelt es sich um mein Lieblingswerk aus der Zeit des Mittelalters und so habe ich mir gern die Zeit genommen, um diese Veranstaltung besuchen zu können. Sie fand an einem Freitagabend statt, was für Leute, die am Samstag früh raus mussten, ein wenig problematisch war. Aber vor der Kritik, möchte ich euch erst einmal ein paar Infos zur Veranstaltung liefern.

Es war ein Erzähler anwesend, der den Parzival in eingedampfter Form nacherzählte. Seine Erzählung wurde mehrfach durch musikalische Einlagen unterbrochen. Es waren fünf MusikerInnen anwesend, die mittelalterlich anmutende Musik auf nachempfundenen Instrumenten spielten.

Und wie hat sich das Ganze nun angefühlt? Ehrlich gesagt war ich sehr enttäuscht von der Veranstaltung. Der Erzähler hat sich auf das absolute Minimum der Geschichte beschränkt. Gawan hat er nicht einmal erwähnt, obwohl diese Figur extrem wichtig für die Geschichte ist. Gahmuret sucht zwei Frauen heim, produziert zwei Kinder, stirbt, Parzival rennt los, scheitert einmal und wird Gralskönig. Viel mehr Details wurden nicht geliefert. Ich frage mich, warum man dem Erzähler nicht mehr Raum zum Erzählen gegeben hat, denn die musikalischen Einlagen waren mir definitiv zu häufig und zu lang. Ich bin kein Musik-Mensch, sondern ein Literatur-Mensch. Die Musiker haben ihre Sache sicher gut gemacht, wenn man denn Musik zur Unterhaltung braucht. Was bei mir definitiv nicht der Fall ist. Außerdem hatten die vorgetragene Musik und der Parzival wirklich gar nichts miteinander zu tun. Das war so eine typische Mittelaltermusik, wie sie sich viele eben vorstellen. Denn seien wir mal ehrlich, wie die Musik des Mittelalters wirklich geklungen hat, davon haben wir doch heute wirklich gar keine Ahnung.
Außerdem hat mich das Publikum ein wenig genervt. Ja, es ist amüsant, dass Gahmuret gleich zwei Frauen schwängert, aber muss man sich darüber wirklich wie ein kleines Kind amüsieren? Und muss man die Pause unnötig ausdehnen. Denn zumindest ich bin da nicht zum Trinken hingegangen, sondern um mir die Erzählung anzuhören.
Alles in allem war es für mich ein Reinfall. Auch meinem Freund hat es nicht sonderlich gut gefallen. Ich wünschte, man hätte dem Geschichtenerzähler, der seine Sache wirklich sehr gut gemacht hat (er hat eine sehr angenehme Stimme) den Vorrang gelassen und nur ein oder zwei Mal Musik eingespielt. Vielleicht sollte man es statt "Erzählung mit Musik" lieber "Konzert mit kurzen Erzähleinlagen nennen". Dann verirren sich auch zukünftig keine Literaturliebhaber mehr dort hin.

27. März 2017

Was mich an meinen Nachbarn nervt | Bücherwurmedition

Es gibt Dinge, die an Nachbarn tierisch nerven können. Und dann gibt es Dinge (zusätzlich dazu!), die Bücherwürmer an Nachbarn absolut schrecklich finden. Und was mir bezüglich meiner Nachbarschaft tierisch auf den Wecker geht, erfahrt ihr heute!

  1. Wenn sie lieber Musik hören als zu lesen. Und zwar den ganzen Tag...
  2. Wenn Du im Papiercontainer Bücher findest. 
  3. Wenn Du im Papiercontainer Oma-Liebesheftchen findest. Wozu gibt es denn Reclam? Die sind günstiger und tausend Mal niveauvoller!
  4. Wenn die Nachbarn nur langweilige, sinnentleerte Hochglanzmagazine lesen.
  5. Wenn Du gemütlich die Mittagsruhe auf dem Balkon mit einem Buch ausnutzen willst und plötzlich alle um dich herum Krach machen.
  6. Wenn Du in deiner Wohnung gemütlich lesen willst und alle um die herum plötzlich Krach machen müssen.
  7. Wenn Du gemütlich im Gemeinschaftsgarten lesen willst und plötzlich... (siehe 5. und 6.)
  8. Wenn Alarmanlagen von Autos oder Häusern tagelang durchfiepen weil die Nachbarn im Urlaub oder sonstwo sind. "In Front FIEP des FIEP schon seit Kurfürst FIEP Georg FIEP Wilhelm von der Familie FIEP von Briest FIEP bewohnten FIEP Herrenhauses FIEP zu FIEP AAAAH!"
  9. Wenn Du gemütlich auf dem Balkon lesen willst und dich das bezaubernde Nachbarskind von oben mit Klammern und Kochlöffeln bewirft oder sein ekelhaftes Badewasser über dir auskippt. 
  10. Wenn dein Lesepartner, sprich eine deiner Katzen, am Balkon vom Nachbarskind beworfen und geduscht wird. (Ja, ich kann sehr laut schimpfen!)
  11. Wenn deine frisch gewaschene Wäsche durch das Nachbarskind ruiniert wird und Du nun weniger Zeit zum lesen hast.
  12. Wenn Du in der Nacht liest um endlich deine Ruhe zu haben, Du aber so müde bist, dass Du dich nicht konzentrieren kannst.
  13. Wenn die neuen Nachbarn bis drei Uhr nachts Krach machen und Du nie zum lesen kommst. Ja, ich weiß dass ein Umzug für Berufstätige schlimm sein kann, aber Rücksicht auf andere sollte man immer nehmen.
  14. Wenn Deine Nachbarn in der Öffentlichkeit ALLES machen, außer zu lesen. Und zwar wirklich alles, z.B. am späten Abend mit einer Taschenlampe im Garten stehen und versuchen Tauben zu verjagen...
  15. Wenn keiner außer Dir auf die Idee kommt, irgendwo eine kleine schalldichte Bibliothek im Haus einzurichten.
  16. Wenn in deiner Nachbarschaft nirgends Bücher ausgesetzt werden.

So, das sind mal alle Dinge, die mir zu diesem Thema bisher eingefallen sind. Ich bin wirklich zu bemitleiden (#FirstWorldProblems)! Ihr könnt gerne noch weitere Punkte dazuschreiben, dafür ist die Kommentarbox schließlich da.

7. März 2017

3 Dinge, die früher wirklich besser waren

"Früher war alles besser!" Diese Aussage begleitet sehr viele Menschen durch ihr Leben. Denn wir können eines am besten und das ist meckern. Und wenn man mal darüber nachdenkt, dann wird man schnell feststellen, dass früher (Welche Zeit das auch immer definieren soll...) nicht alles besser war. Früher ist für mich so ungefähr die Zeit vor meinem 20. Geburtstag. Und seitdem hat sich für mich vieles verbessert. Zum Beispiel gibt es heute viel schönere Mode für alle, die keine Einheitsgröße tragen. Unsere Gesellschaft ist ein kleines bisschen toleranter und offener geworden. 

Aber es ist tatsächlich nicht alles besser geworden. Daher dreht sich der heutige Post um drei Dinge, die für mich früher viel besser waren als heute.


1. Computerspiele
In Sachen Computerspiele hat sich ja technisch einiges getan. Das macht aber die Spiele an sich nicht besser. Wie habe ich Game Boy und Nintendo 64 geliebt, die neueren Konsolen und Spiele können da alle nicht mithalten. Die Spiele wirken oft inhaltsleer und lieblos. Es geht einfach nur noch um Grafik und irgendwelche technischen Spielereien. Dabei vergessen die Spieleentwickler aber häufig, dass ein Spiel eine Seele haben muss. Die Seele, wo ist sie hin?? 😒 Ich rede (schreibe!) hier übrigens von Spielen wie Pokémon rot/blau, Tetris, Super Mario und Co. Die einzige gute neue Spielereihe, die man auf einer Konsole spielen kann, ist Disgaea und ich bin zu geizig um mir die neue Nintendo-Konsole zu kaufen..

2. Manga und Anime
Hier verhält es sich genauso wie mit den Computerspielen, die große Zeit ist schon lang vorbei. Vor allem im deutschsprachigen Raum wird zu viel lebloser Blödsinn herausgebracht. Echte Schätze gibt es kaum noch und wenn, dann werden die Serien von irgendwelchen Fangirls totgeliebt. Und ja, Fangirls sind auch nicht grad die beste Erfindung des letzten Jahrtausends gewesen. Aber das ist eine andere Geschichte...

3. Buchhandlungen
Wo sind eigentlich all die Buchhandlungen mit den Holzregalen, die bis unters Dach mit Büchern vollgestopft waren, hin? Wo sind die Buchhändler? Erlernt denn keiner mehr diesen Beruf? Haben die großen Ketten es schon geschafft, den Liebhaberbuchhandel kaputt zu machen? Wo sind die ganzen gemütlichen kleinen Buchläden hin, wo man sich in Bücher eingraben konnte und wo der Buchhändler tatsächlich selbst gern gelesen hat?

So, das ist genug Gemecker für heute. Aber das musste mal raus. Meinungen, Kritik und Hate bitte in die Kommentare! 😝

18. Dezember 2016

Adventskalender | #18 – Von Zesens Eindeutschungen

Einige der Wörter, die der Herr von Zesen eindeutschen wollte, haben sich sogar bis heute durchsetzen können. Hier sind ein paar bekannte Beispiele:
  • Jahrbuch statt Annalen 
  • Vertrag statt Kontrakt
  • Zweikampf statt Duell
  • Zeughaus statt Arsenal.
Da sollten wir doch einfach mal Danke sagen, oder was meint ihr? Könntet ihr auch mit den anderen Wörtern leben? 😎

Viele seiner Eindeutschungen klingen aber wirklich einfach nur lustig:
  • Meuchelpuffer statt Pistole
  • Jungfernzwinger statt Nonnenkloster
  • Tageleuchter statt Sonne.
Also... Die braucht es nun wirklich nicht.

16. Oktober 2016

Warum liest du? | Antwort

Der liebe Tobi von Lesestunden hat seiner Leserschaft vor fast genau einem Monat eine sehr wichtige Frage gestellt. Diese Frage klingt eher einfach, ist aber nicht so leicht zu beantworten und zieht auch einige weitere essentielle Fragen nach sich. Die Frage lautet: warum liest du? Und weil das nun wirklich eine der wichtigsten, wenn nicht gar die wichtigste, Frage ist, die man sich selbst als Buchliebhaber einmal im Leben stellen sollte, dachte ich mir, dass ich doch gleich mal Tobis kompletten Fragenkatalog diesbezüglich ausfülle. Der ist wirklich sehr umfangreich. Und wer weiß, vielleicht beantworte ich diese Fragen ja in ein paar Jahren erneut und da wäre es doch lustig, die Antworten von "damals" mit den neuen zu vergleichen.
Genug geschwafelt, los geht´s!




Warum liest du?

Was für eine Frage, lieber Tobi! Das kann man doch nur auf eine Art beantworten. Tja, lesen ist für mich etwas, das ich schon sehr lange tue. Seit ich lesen kann, liebe ich es einfach. Lesen gehört einfach in mein Leben, ohne geht es nicht. Wenn mich jemand fragt, was ich derzeit so lese und ich würde antworten: "Derzeit gar nichts und ich habe auch nichts in Planung.", ja dann wäre ich nicht mehr ich selbst. Ich brauche Bücher fast so sehr wie Nahrung, Sauerstoff oder Licht. Lesen ist für mich Entspannung, das Abtauchen in eine andere Welt und es beflügelt meine Fantasie wie nichts anderes. Solange ich lesen kann, werde ich es tun. Und ich hoffe, dass ich bis an mein Lebensende Bücher lesen kann.

Was liest du? Welche Genres bevorzugst du? Liest du auch Klassiker?

Ich lese fast nur Klassiker. warum das so ist, kann ich gar nicht sagen. Ich bin nicht so der Mensch, der in Genres denkt. Das Genre ist mir eigentlich egal. Die Hauptsache ist, dass mir das Buch gefällt.

Welche Autoren favorisierst du? Oder hast du keine bevorzugten Autoren?

Ich habe schon Lieblingsautoren, aber die leben alle nicht mehr. Charlotte Brontë ist hierbei meine absolute Favoritin, Jane Eyre hat mich einfach so sehr beeindruckt. Außerdem ist hier sicher auch Jane Austen zu nennen. Da von meinen liebsten Autoren natürlich nichts mehr nachkommt, versuche ich mir ihre Werke ein wenig aufzusparen, was bei Jane Austen schon mal nicht funktioniert hat. Ich habe ihre Romane einfach nur verschlungen.
Ansonsten kann man noch Namen wie Goethe, Brecht, Fontane oder J. K. Rowling nennen. 

Wo liest du überall? Nur Zuhause, nur in der S-Bahn, überall, …?

Da wo ich Ruhe habe, also meistens daheim. Aber auch viel im Bus, wenn nicht grade wieder irgend jemand so laut telefoniert, dass ich meine eigenen Gedanken nicht mehr hören kann...

Liest du viel oder wenig? Wie viel Zeit verbringst du in der Woche mit Lesen? Wie viele Bücher liest du im Schnitt pro Monat/Jahr? Machst du auch längere Lesepausen?

Schwierige Frage. Ich lese halt wenn ich Lust darauf habe. Und natürlich, wenn ich Zeit und Ruhe habe. das ist schon sehr unterschiedlich von Woche zu Woche. Manchmal brauche ich ganz lange für ein Buch, da einen manche Bücher einfach mehr fordern. Zum Beispiel habe ich für die Madam Bovary mehrere Wochen gebraucht, wobei ich die Effi in ein paar Tagen durch hatte. Das ist bei mir sehr unterschiedlich. Im Vergleich zu vielen anderen Buchbloggern lese ich eher langsam und wenig, wobei mir das wenig ausmacht. Ich zähle auch nicht, wie viele Bücher ich pro Woche oder Jahr lese. Lesepausen lege ich nur dann ein, wenn ich überhaupt gar keine Zeit habe, denn Lust aufs Lesen habe ich immer. Die letzte lange Pause hatte ich so vor 10 Jahren, da habe ich wirklich mal ein Jahr gar nichts gelesen. Das kann ich mir heute gar nicht mehr vorstellen.

Liest du schnell oder langsam? Wie viele Seiten liest du ungefähr in einer Stunde?

Ich habe keine Ahnung... Wie gesagt, manche Geschichten fordern einen mehr als andere und dann kann es bei mir sehr lange dauern. 

Wie viele Bücher liest du in der Regel gleichzeitig?

Eigentlich immer nur eines, ich kann das irgendwie nicht anders. Wenn ich zwei Bücher gleichzeitig lese, dann höre ich meistens mit einem wieder auf und fange mit diesem dann Wochen oder Monate später wieder von vorne an. Manchmal bleibt es auch für Jahre liegen, weil es dann das Buch ist, das sich nicht gegen ein anderes durchsetzen konnte. Und dann habe ich eher seltener wieder Lust, dieses Buch zur Hand zu nehmen.

Welche Formate bevorzugst du? Taschenbücher, gebundene Bücher, broschierte Bücher, Prunkausgaben?

Taschenbücher, weil ich da weniger Angst habe sie kaputt zu machen. Je weniger Schmuck dran ist, desto eher nehme ich das Buch mit nach draußen oder lese es gemütlich auf dem Sofa. Ich habe aber auch Prunkausgaben, die lese ich aber nie ganz durch, denn die schaffe ich mir nur von Büchern an, die ich wirklich verschlungen habe. Ich habe dann also meist beide Ausgaben, die mit Prunk und die ohne. Die Prunkausgaben werden dann auch noch mal viel sorgfältiger behandelt als die "normalen" Ausgaben. Bei Büchern, wo ich vorher schon weiß, dass ich die für immer behalten will, tendiere ich aber schon zu den gebundenen Ausgaben. Zum Beispiel bei den Harry Potter-Bänden. 

Legst du Wert auf eine hochwertige Verarbeitung deiner Bücher? Spielt die Optik des Buches eine Rolle für dich?

Ich hatte bisher selten Qualitäts-Probleme bei Büchern. Hauptsache es ist alles da, wo es ein sollte. Bei der Optik achte ich immer darauf, keine Bücher mit Film-Covern zu nehmen, weil ich das hasse. Das vermittelt dann immer dieses Das-Buch-zum-Film-Bild, aber meistens war ja das Buch vor dem Film da.

Liest du auch Ebooks? Wenn ja wie oft und welche Bücher?

Bisher noch nicht. Ich tue mich da immer noch eher schwer. Wer sich mit Ebooks auskennt, ist herzlich eingeladen, meine Fragen zu dem Thema zu beantworten :)

Wo versorgst du dich mit neuen Büchern? Beim Buchhändler ums Eck? In der Bibliothek? Aus dem Bücherbus?

Ich versuche vieles beim lokalen Buchhändler zu kaufen. Innsbruck ist da relativ gut ausgestattet. Manchmal werde ich aber schon schwach und bestelle mir schnell mal was bei Amazon. Ansonsten gibt es natürlich auch Antiquariate, die ich besuche. 

Kaufst du auch gebrauchte Bücher?

Natürlich, bei gebrauchten Büchern kann man so richtig spüren, dass sich da schon vorher jemand damit beschäftigt hat. Das mag ich total. Ich finde es dann auch nicht schlimm, wenn jemand etwas hineingeschrieben hat. Ich finde es einfach interessant, den Vorbesitzer des Buches zu "spüren".

Wieviel bist du bereit für ein gutes Buch auszugeben?

Einiges ;)

Verleihst du Bücher? Wenn ja an wen und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?

Das mache ich eher selten und meist nur, wenn mir das Buch nicht allzu viel bedeutet. Ich bin da sehr pingelig. Wenn jemand in eines meiner Bücher eine Macke reinmacht oder eine Seite umknickt könnte ich wahnsinnig werden. Nur mein Lebensgefährte darf sich einfach meine Bücher aus dem Regal nehmen und sie lesen.

Wie viele Bücher hast du im Schnitt auf deinem Stapel ungelesener Bücher? (Alternativ: wie viele Regale ungelesener Bücher hast du?)

Ich habe eher eine endlos lange Liste im Kopf. Ungelesene Bücher liegen auf einer Kommode im Flur, das sind so ca. 40-50. Aber ich teile mir diesen Stapel mit meinem Lebensgefährten. Im Regal stehen natürlich auch viele Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, die mein Lebensgefährte aber schon kennt.  

Wo bei dir Zuhause hast du überall Bücher?

Überall, außer im Bad ;)

Wie sortierst du deine Bücher im Regal?

Nach Autor und nach "Niveau" ;)

Was nutzt du als Lesezeichen? Oder knickst du die Seiten ein?

Ich habe ein paar sehr schöne Lesezeichen, die aber immer und überall rumgeistern. Manchmal nehme ich einfach ein Stück sauberes Papier oder ein Post-it. Ich hätte aber gern mehr schöne Lesezeichen.

Wenn du mit dem Lesen pausierst, liest du dann das Kapitel immer zu Ende oder hörst du auch mal mittendrin auf?

Ich versuche immer bis zum Ende eines Kapitels zu lesen, was ich aber nicht immer hinbekomme. Manchmal wird man gestört oder schläft schon fast ein und manchmal liegt es auch an meinem schlechten Zeitmanagement. Dann schaffe ich es doch nicht bis zur nächsten Lehrveranstaltung oder Bushaltestelle und muss das Buch mittendrin zuklappen. Manche Bücher haben aber auch gar keine Kapitel.

Worauf achtest du beim Kauf eines Buchs? Was für Kriterien muss ein Buch erfüllen, damit du es dir kaufst? Spielt der Verlag eine Rolle?

Ich sollte Lust darauf haben. Der Verlag spielt schon eine Rolle, ich bevorzuge natürlich die bekannteren "Kulturverlage". Manchmal kaufe ich mir auch nur eine bestimmte Übersetzung eines Buches, einfach weil ich mit manchen Übersetzern schlechte Erfahrungen gemacht habe bzw. manche Übersetzer stark kritisiert werden.

Wirfst du Bücher in den Müll?

NAAAAIN. Die kann man doch verkaufen oder verschenken oder ins Bett legen und lieb haben!

Wie belesen ist dein Bekannten- und Freundeskreis? Kennst du Menschen, die kein Buch besitzen?

Ich kenne sowohl Leute, die viel lesen als auch welche, die nie lesen und natürlich alles dazwischen. Ich unterhalte mich gern über Literatur und kann es mir nicht vorstellen, einen Partner zu haben, der gar nicht liest. Meine engsten Freunde sind auch sehr belesene Menschen.

Was für eine Rolle spielen Bücher in deinem Berufsleben?

Eigentlich gar keine. Ich hoffe, dass sich das nach meinem Studienabschluss ändert.

Brichst du Bücher ab, wenn dir der Inhalt nicht zusagt?

Ja, das mache ich oft. Es ist aber nicht nur wegen dem Inhalt, auch wenn mir der Schreibstil nicht gefällt.

Bittet man dich im Freundes- und Bekanntenkreis um Buchtipps?

Nein und darüber bin ich sehr froh, denn ich habe das Gefühl, dass niemand einen ähnlichen Geschmack hat wie ich.

Wenn deine Bücher plötzlich alle verloren gehen (z.B. Feuer, Hochwasser, böse Fee, …), welche drei Bücher würdest du dir sofort neu bestellen?

Jane Eyre, Effi Briest und Überredung. Die Autoreninnen muss ich nicht nennen, die kennt man ;)

Gehören ein Heißgetränk und Kekse zum Leseabend?

Auf jeden Fall Tee. Bei Süßkram und Knabbereien ist das so eine Sache. Ich habe immer Angst, die Buchseiten schmutzig zu machen, daher stresst es mich eher, beim Lesen zu essen/knabbern.

Hörst du während dem Lesen Musik, oder muss bei dir völlige Stille herrschen?

Ich brauche Stille. So Geräusche wie Wind oder Regen machen mir aber nichts aus. Stimmen können mir aber alles ruinieren.

Liest du Bücher mehrmals? Wenn ja welche und warum?

Ja, wenn ich Zeit und Lust habe. Das passiert aber eher selten, weil es sooo viele tolle Bücher gibt, die ich noch lesen möchte. Ich glaube, ich habe Effi Briest bisher am öftesten gelesen. 

Markierst du dir Stellen in einem Buch? Wenn ja wie?

Mit Bleistift, denn den kann man wieder entfernen. Manchmal lege ich auch kleine Zettel ein. 

Und fertig ;) Fragen, Anregungen und Kritik bitte in die Kommentare! Wer Lust hat, die Fragen selbst zu beantworten, der kann seine Antworten auch gern in die Kommentare posten. Ich würde auch gern wissen, wie ihr zu dem Thema steht!

10. Oktober 2016

Meine Tipps für GEIWI-Neulinge #UniInnsbruck

Die erste Uni-Woche ist nun geschafft. Die ersten Panik-Anfälle und Verirrungen sind überwunden. Die ersten Kontakte sind geknüpft. Und der ein oder andere hat sogar jetzt schon das Handtuch geworfen. Das ist zwar tragisch, kann man aber nicht mehr ändern. Und deswegen richtet sich dieser Post nicht an die Aufgeber, sondern an alle GEIWI-Neulinge (Uni Innsbruck), die sich nicht unterkriegen lassen und ihr Studium genießen wollen! Und eigentlich richten sich die meisten dieser Tipps an alle Studenten, egal wo sie studieren. So, genug vornweg geschwafelt, hier kommen meine Tipps für alle GEIWI-Neulinge und überhaupt alle Studien-Neuanfänger.


Sei nett und pflege deine Sozialkontakte
Die GEIWI ist für mich ein netter Ort, wo nette Menschen rumlaufen. Ich weiß ja nicht, wie es an den anderen Uni-Standorten ist, aber die GEIWI ist nett. Basta! Und damit meine ich nicht, dass man sich alles gefallen lassen soll und immer die berühmte andere Wange hinhalten soll. Nur ist die GEIWI für mich ein Ort, wo man Leute sieht, die sich unterhalten und wo nicht jeder stur auf Laptop und Handy glotzt und vor lauter Zombie-sein nicht mitkriegt, dass es ja noch andere Studenten gibt. Und wo viele (ja, nicht alle, leider) akzeptieren, dass man eben so ist wie man ist und dass nicht alle gleich aussehen müssen und alles auf dieselbe Art tun müssen. 


Sei kameradschaftlich, aber mit Bedacht
Nette Studenten helfen sich gegenseitig aus. Weil sie nett sind und alle anderen auch und man ja seine Sozialkontakte pflegt. Und nun verlassen wir den Utopie-Modus und erinnern uns an die Vorteile, die man genießen kann, wenn wir uns alle gegenseitig helfen würden. Das wichtigste Argument ist, dass NIEMAND immer in seinen Lehrveranstaltungen anwesend sein kann. Wir sind alle nur Menschen, die krank werden, eventuell arbeiten gehen, ein Sozialleben haben oder einfach mal gar keinen Bock haben. Und dann wäre es doch schön, wenn man jemanden hat, mit dem man Mitschriften tauschen kann oder der einem erzählt, was man so verpasst hat. Man kann sich zwar auch in diversen Facebook-Gruppen mit Mitschriften eindecken, aber da kennt man dann oft nicht den, der die Mitschrift angefertigt hat. Und woher soll man dann wissen, wie zuverlässig diese Mitschrift ist? Manchmal kursieren auch Mitschriften, die schon richtig alt und überholt sind. 
Wenn Du aber dann derjenige bist, der immer mitschreibt und angebettelt wird und nie etwas zurück bekommst, dann kann das ganz schön frustrieren und dann würde ich persönlich auch nichts mehr an solche Menschen herausgeben. 
Und eigentlich ist es immer schön, wenn dir jemand die Tür aufhält oder etwas aufhebt, was dir heruntergefallen ist. Und warum sollte man nicht mal anderen helfen, wenn es einen doch kaum etwas kostet :)


Nicht gleich aufgeben und nicht zu früh urteilen
Es gibt so viele Studenten, die schon im Vorhinein sagen, dass sie irgendetwas nicht schaffen werden. Jeder kommt mal an den Punkt, wo er denkt, dass er nicht mehr kann. Aber bevor du das Handtuch wirfst, solltest Du dich fragen, was Du tun kannst, um das Ziel doch noch zu erreichen. Und oft findet sich dann eine Lösung. Der Dozent, vor dem dich alle immer gewarnt haben, ist vielleicht gar nicht so unerträglich. Wenn man jede Woche einen kleinen Teil lernt, muss man sich vor der Prüfung nicht fertig machen. Bücher kann man auch in der Bibliothek ausleihen oder anderen Studenten günstig abkaufen. Man kann sich in diversen Facebook-Gruppen Rat suchen. 
Und für größere Probleme (z.B. Angst vorm Plagiat oder studieren mit Kind) gibt es immer noch die ÖH


Man kann auch mal 200% geben
Jeder wird in seinem Studium mindestens ein Mal mit dieser speziellen Sorte von Studenten in Kontakt kommen. Es sind die Studenten, die einfach immer versuchen mit dem geringst möglichen Aufwand durchzukommen. Und es gibt durchaus Kurse, wo man das mal machen kann. Aber jeder sollte in seinem Studiengang doch immer mal wieder Kurse finden, wo man gern mehr macht als eigentlich verlangt wird. Einfach, weil es einem Spaß macht. Ja, man kann auch mal zusätzlich etwas zum Thema lesen oder mit anderen darüber reden. Man kann sich auch, rein aus Interesse, mal in eine Vorlesung setzen, für die man gar keine ECTS bekommt. Einfach nur aus Interesse. Bitte werde nicht zu einem von diesen ECTS jagenden Scheuklappenträgern, die am Ende des Studiums merken (oder auch nicht), dass sie für sich selbst gar nichts mitgenommen haben.    


Überfordere dich nicht
Es mag ja schön klingen, wenn man sagen kann: "Ich studiere Germanistik, Geschichte und BWL und arbeite noch Vollzeit nebenher." Und es gibt auch ein paar wenige Studenten, die das tatsächlich hinbekommen. Am Anfang neigen viele dazu, sich einfach viel zu viel aufzulasten. Und die wenigsten schaffen es, ihr überhöhtes Pensum zu erfüllen. Manche brauchen dann ewig, manche geben zwischendurch auf und andere überarbeiten sich bis zum umfallen. Bitte gib auf dich acht. Sich zu überarbeiten gehört zwar für viele heutzutage irgendwie dazu, das wird dir auf Dauer aber nur schaden. Man sollte immer realistisch bleiben und auch darüber nachdenken, was man wirklich erreichen will. Zusätzliche Titel sehen zwar immer schön aus, können einem aber auch ganz schön viele Nerven und auch kostbare Lebenszeit rauben. Und wenn man merkt, dass man noch nicht ausgelastet ist, kann man sein Pensum ja immer erhöhen. 


Und da viel lesen auch sehr anstrengend sein kann, kommen hier noch ein paar Tipps für Eilige ;)
  • Hab keine Angst vor der Bibliothek, sie frisst dich nicht. Und wenn doch, dann spuckt sie dich schon irgendwann wieder aus. Wenn Du nicht weiter weißt, frag einfach jemanden vom Bib-Team oder sprich einfach jemanden in der Bib an. Denn Du weißt ja noch, dass die GEIWI nett ist!
  • Benutze auch mal die Treppen. In den Pausen zwischen den Lehrveranstaltungen wollen so viele mit dem Lift fahren, dass es schneller geht, wenn man die Treppe nimmt. Wenn Du also nur in den 1. oder 2. oder 3. (...) Stock musst, dann nimm doch einfach die Treppe. So bist du vielleicht auf früher da und hast freie Platzwahl ;) 
  • Lauf bitte nicht durch die Alarmtüren, die übrigens als solche ausreichend gekennzeichnet sind. Das nervt alle, die sich gerade in unmittelbarer Nähe befinden und auch diejenigen, die dann den Alarm wieder abschalten müssen. Am Wochenende kann es übrigens dazu kommen, dass niemand den Alarm abschaltet und alle, die sich in der Nähe aufhalten, früher oder später Kopfweh bekommen.
  • Bleib nicht mitten im Gang stehen, um dich mit Freunden zu unterhalten. Meistens werden die Gänge ja auch von anderen Studenten benutzt und die wollen dich ungern über den Haufen rennen.
  • Wenn Du zu spät zur Vorlesung kommst, dann setz dich doch einfach auf den nächsten freien Platz. Studenten, die dann immer noch aufwändig nach ihren Freunden suchen und sich durch die besetzten Reihen drängeln, machen sich meistens keine weiteren Freunde damit. Denn schließlich ist der Großteil der Anwesenden schon fleißig, während Du nur fleißig Bussis verteilst. 
  • Und zu allerletzt: Schreib mir Deine Tipps für Studienanfänger in die Kommentare! :)

25. Juli 2016

Lesetipps für den Sommer – Verträumt und süffig, aber mit noblem Nachgeschmack

Heute kommen von mir drei Lektüretipps für den Sommer. Die kann übrigens jeder lesen, auch wenn durch Zufall alle drei Romane von Frauen geschrieben wurden. Wenn euch eines anspricht, dann tut euch keinen Zwang an.


Süffig und leicht: Die Schnäppchenjägerin von Sophie Kinsella
Becky Bloomwood ist Finanzjournalistin und liebt es einzukaufen. Das ist leider keine gute Kombination und Becky versinkt schnell im Schuldenchaos. Wie soll sie da nur wieder rauskommen? 

Die Schnäppchenjägerin ist der erste Band einer Romanreihe mit einer extrem liebenswerten und urkomischen Heldin. Der Plot erscheint immer etwas fade und vorhersehbar, eben ein typischer Frauenroman. Und viele werden denken: Sicher auch ein wenig hohl. Dem ist aber nicht so. Die Bücher sind nicht die anspruchsvollsten der Welt, aber das müssen sie auch gar nicht sein. Die Reihe macht Freude, unterhält und hilft, den Stress des Alltags für ein paar Stunden abzuschütteln. Also perfekt für den Urlaub. 


Mit nobelpreisigem Nachgeschmack: Die Liebhaberinnen von Elfriede Jelinek
Einen Ehemann, Kinder und eine gesicherte Zukunft ist das, was sich Brigitte und Paula im Leben wünschen. Brigitte arbeitet als Näherin und lernt irgendwann Heinz kennen, einen kleingeistigen Elektroinstallateur. Paula will Schneiderin werden und die große Liebe finden. Auch sie findet einen Mann, der mehr verspricht als er hergibt, den hübschen aber hohlen Holzarbeiter Erich. 

Elfriede Jelinek zeichnet in diesem Roman das Leben zweier junger Frauen aus der Unterschicht. Die Figuren wirken auf den ersten Blick stark überzeichnet. Doch wenn man genauer darüber nachdenkt, stellt man fest, dass sie gar nicht wirklich übertreibt. Tatsächlich gibt es viele Österreicher, die so sind wie Brigitte, Heinz, Paula und Erich. 
Der Roman kann sowohl sehr gut unterhalten als auch zum Nachdenken anregen. Im Urlaub ist man nicht von den Leute umgeben, mit denen man sonst immer zu tun hat. Man gewinnt Abstand und hat Zeit und Gelegenheit einmal über sich, sein Leben und seine Mitmenschen nachzudenken.


Klassich und verträumt: Kloster Northanger von Jane Austen
Catherine liebt es, Romane zu lesen. Auf einer Reise lernt sie den charmanten und intelligenten Mr. Tilney kennen. Die darauffolgenden Wochen werden Catherins Leben gehörig durcheinanderwirbeln.

Das ist einer der schönsten Romane für alle, die gern träumen und sich in Romanfiguren verlieben. Jane Austen ist nicht umsonst weltweit so beliebt. Sie ist auch eine meiner liebsten Schriftstellerinnen.

So, das wären meine drei Tipps für einen lesefreudigen Sommer. Vielleicht sind die ja für den ein oder anderen Unschlüssigen eine Inspiration.

4. Juli 2016

RIP IT or SHIP IT Filmedition | Warum es Arya und Melisandre nicht schaffen werden

RIP IT or SHIP IT, los geht´s! Heute in der Filmedition, mit Charakteren aus Herr der Ringe und Game of Thrones.

Vorgehensweise
  1. Ich schreibe 10 Namen von Personen aus meinen liebsten Serien und Filmen auf kleine Zettel. Ja, heute geht es um die Verfilmungen! Personen sind bei mir übrigens auch Tiere, Geister usw. Alles, was irgendwie redet oder sonst etwas tut.
  2. Ich falte die Zettel zusammen und mische sie einmal durch.
  3. Dann schreibe ich wahllos die Nummern von 1-10 auf die Zettel.
  4. Dann bitte ich einen Freund, heute ist das der liebe Hans, mir fünf Zahlenpaare zu nennen.
  5. Und dann geht der Spaß auch schon los ;)

Die heutige Aufgabe lautet: Den Nibelungen-Schatz finden. 

Folgende Paare haben wir gezogen:

Legolas und Gimli
Irgendwie hab ich schon vorher gewusst, dass dieses Paar gezogen wird. Ich hab sie aber trotzdem drin gelassen, weil ich diesmal nicht selbst die Personen ausgesucht habe. Ich wollte mal fair sein und auf Risiko spielen. Man, bin ich hart! ;)
Ich denke, dass die beiden gute Chancen hätten, den Schatz zu finden, weil sie ein gutes Team abgeben. Und ich meine, dass die beiden viele nützliche Kontakte haben. Ja, das wird was!

Pippin und Cersei Lannister
Ein schwaches Paar, würde ich mal schätzen. Cersei müsste schon ihren Reichtum nützen, um noch ein paar Leute für die Suche zu rekrutieren, sonst wird das nüscht.

Arya Stark und Melisandre
Das ist das schwächste Paar der ganzen Runde. Die beiden würden sich binnen 5 Minuten gegenseitig so auf den Senkel gehen, dass sie sich gegenseitig umbringen würden ;)

Haldir und Jon Snow
Ein vielversprechendes Paar, zwei ausdauernde und halbwegs kluge Typen. Haldir kann sein Elben-Gespür nutzen und Jon Snow schafft es vielleicht durch Einsatz seines ewigen Schmollmundes, dass der Schatz von allein aus dem Wasser auftaucht.

Saruman und Lord Varys
Das ist mein Siegerpaar. Varys nutzt seine ganzen Kontakte, um die Lage des Schatzes herauszufinden und Saruman hebt das ganze Ding einfach durch Zauberei nach oben. Es sei denn, Saruman wird ausgeschaltet, bevor sie zum Schatz gelangen. Denn Varys allein würde es nicht hinbekommen.

So, das war´s mal wieder. Anmerkungen und Beschwerden bitte in die Kommentare :)

15. Mai 2016

Was die Wissenschaft tunlichst unterlassen sollte...

Ich bin Studentin. Genauer gesagt Germanistik-Studentin. Noch genauer gesagt in Innsbruck, falls das irgendwen interessiert. Und als solche besuche ich dieses Semester einen Kurs mit dem simplen, aber eindrücklichen Titel Gender Studies. Vor zwei Wochen wurde in diesem Kurs ein Referat über Sexismus in Videospielen gehalten. Ich hatte mich auf das Referat sehr gefreut, da ich erstens selbst gern mal zocke und zweitens solche alternativen Themen sehr spannend finde. Das Referat selbst möchte ich an dieser Stelle nicht bewerten. Sehr wohl aber ein bis zwei Anmerkungen, die im Rahmen dieses Referats leise angebracht wurden.  


Ich meine, dass es Studenten gibt, die sich darüber echauffieren, dass sich die Wissenschaft mit solchen Themen beschäftigt. Das Thema scheint manchen zu banal zu sein, als dass man es ernsthaft wissenschaftlich behandeln könnte. Und da frage ich mich: Was ist denn los mit euch??? Die Germanistik gehört zu den kulturwissenschaftlichen Fächern und hat sich somit alles, was unsere Kultur betrifft, anzuschauen und nicht nur die Ausdünstungen der angeblichen Hochkultur. Solche Meinungen stoßen mich ab, denn genau diese Einstellung ist es, die es vielen Leuten erschwert, Zugang zu wissenschaftlichen Themen zu finden. 

Auch wenn es die Masse nicht weiß, so arbeitet die Wissenschaft doch für die Menschen. Und deshalb hat sie sich auch mit dem, was den Menschen wichtig ist, zu beschäftigen. Natürlich ist es wichtig über Goethe und Schiller zu debattieren – sehr wichtig sogar, da besteht kein Zweifel. Aber es ist für mich genauso wichtig herauszufinden, was heutige Kulturphänomene ausmacht. Wir müssen nicht immer unglaublich tief in die Vergangenheit abtauchen und wir dürfen uns – und müssen uns sogar – mit den Phänomenen der Sub- und Populärkultur beschäftigen. Ansonsten sind wir genau das, was viele Nicht-Germanisten bzw. Nicht-Wissenschaftler in uns sehen: Im Elfenbeinturm ausharrende, überkandidelte Goethe-Fanatiker, die man nicht ernst nehmen muss.

Außerdem kann es doch nicht angehen, dass ich mich mit meinen 31 Jahren in diesem Thema besser auskenne als Leute mit Anfang zwanzig. Ich bitte euch...

8. Mai 2016

Was echte Bücherwürmer nie sagen würden #5

13. "Bücher liest man nur aus Langeweile."
Wer so denkt kommt besser, wenn er fernsieht. Kommt aufs selbe raus...
Bücher sind zum genießen da!

14. "Bücher sind was für Frauen und Weichlinge. Echte Männer schauen in ihrer Freizeit Fußball!"
Männer, die lesen, sind sexy. Vor allem dann, wenn sie gute Bücher lesen. ROOOAR!

15. "Ich kaufe mir immer die Bücher mit den Filmcovern drauf."
Diese Cover sind doch eine Unsitte. Die ordnen das Buch doch unter den Film und das ist nie eine gute Idee!

Fragen, Beschwerden und Anregungen zum Thema bitte in die Kommentare!

15. April 2016

Wie frei dürfen Interpretationen sein?

Da ich mich bald tiefer mit nur einem einzigen Buch beschäftigen möchte, kam mir eine Frage wieder in den Sinn, die ich mir schon als Jugendliche gestellt habe: Wie frei können/dürfen/sollen Literaturinterpretationen eigentlich sein?

Als ich zur Mittelschule ging wurde uns Schülern im Deutschunterricht recht schnell eingeschärft, wie man zu interpretieren habe. Und zwar immer nach den Wünschen der Deutschlehrerin. Diese Dame, Frau Schuster, war mir ein Dorn im Auge. Andere Meinungen als ihre eigene waren verboten. Hat man es im Meinungsteil eines Aufsatzes gewagt, von ihrer Meinung abzuweichen, wurde die Note gleich um einen Grad nach unten geschraubt. Das hat sie von Anfang bis Ende durchgezogen, was mir die Lust am Lesen für eine lange Zeit genommen hat. 
Als ich dann irgendwann meine Matura nachgemacht habe, hieß es, dass man alles mit Textstellen belegen müsse. Das leuchtete mir dann schon eher ein. Schließlich kann man nichts irgendwo herauslesen, was gar nicht vorhanden ist.
Jetzt im Studium interpretiere ich Literatur immer aus einer konkreten Fragestellung heraus. Finde ich etwas, ist es da. Finde ich nichts, ist entweder nichts da oder ich bin zu blöd, um es zu finden. 
Nun als Bloggerin kann ich über ein Buch denken und schreiben, was ich will. Ein Buch nach meinem Geschmack zu interpretieren, kann mir niemand verbieten. Und es gibt unzählige Wege, meine Meinung zu veröffentlichen.

(Bild von pixabay)

Einerseits finde ich es toll, dass man als Privatmensch ein Buch so lesen kann, wie man möchte. Da kann einem keiner vorschreiben, was man sich zu dieser oder jener Stelle denken soll und welches Verhältnis man zu den Figuren aufbaut. Leider sind viele von negativen Erfahrungen diesbezüglich aus dem Deutsch-Unterricht sagen wir mal vorbelastet. Wer einen schlechten Deutschlehrer hat, wird vielleicht gar nicht auf die Idee kommen, dass Lesen Spaß machen kann und dass unter den vielen Millionen Geschichten für jeden etwas dabei ist.
Andererseits kann man natürlich nicht alles aus einem Text herauslesen, obwohl so mancher Filmemacher zu denken scheint, dass das geht.   
Und dann ist da auch noch die Tatsache, dass jeder die Welt anders interpretiert und dass es die Welt bereichern kann, wenn viele Leser ihre Gedanken und Erfahrungen im Umgang mit einer Geschichte mit anderen teilen. 
Und natürlich kann man auch noch auf den Autor schauen. Was hat er oder sie so dazu gesagt? Gibt es Anhaltspunkte, wie man das Werk interpretieren soll? 
Dann kann man aber auch wieder anbringen, dass ein Text, wenn er mal auf die Menschheit losgelassen wurde, praktisch allen Rezipienten gehört und jeder sich seinen Teil dazu denken darf. Wenn ein Autor das nicht möchte, dann sollte er oder sie den Text bitte daheim in der Wand einmauern. 
Und dann gibt es da noch die Fanfiction-Debatte, bei der es auch um die Interpretation eines Textes geht. Ohne die könnte man ihn ja nicht weiterdichten.

Fragen über Fragen und keine eindeutigen Antworten. Wahrscheinlich gibt es keine. Wiedermal nur Ansichten.

Was denkt ihr über die Interpretation von Texten? Wie frei ist der Rezipient? Gibt es Faktoren, die diese Freiheit einschränken? Und wie interpretiert ihr? Lasst ihr euch von gängigen Interpretationen beeinflussen? Schreibt es mir doch in die Kommentare. Das würde mich sehr interessieren! 

31. März 2016

Meine Gedanken zum Gedenken an Imre Kertész

Da geht einer, der viel zu sagen hatte und doch heute fast kaum noch gelesen wird. Imre Kertész war ein Mann, ein Ungar, ein Schriftsteller, ein Nobelpreisträger. Und keiner kannte ihn. Naja, keiner ist vielleicht übertrieben, aber es sind definitiv zu wenige. Und ja, auch ich habe noch nicht viel von ihm gelesen. Aber das eine Werk von ihm, das ich gelesen habe, hat schon ausgereicht, um meine ganze Welt auf den Kopf zu stellen. Ich rede natürlich vom Roman eines Schicksallosen, einem Buch, das jeder kennen sollte.   
Aber warum kennen das Buch so wenige? Ist die Thematik nicht recht? Zu wenig Zauberkunst, zu wenige Drachen, zu viel Schicksal? Oder ist vielen die Thematik hinter der Geschichte von Imre Kertész inzwischen ein Dorn im Auge? Alles abgeschlossen, liegt hinter uns, was soll´s?
Und dann ist da ja noch die Sache mit dem Zeitpunkt. Kertész verlässt diese Welt zu einer Zeit, wo Ewiggestrige wieder aus ihren Löchern kriechen, um in ihre Hörner aus Fremdenhass und Missgunst zu blasen. Was soll aus der Welt werden, wenn wir solche Menschen wie Imre Kertész verlieren? Kann mir das mal einer sagen? 

25. März 2016

Die letzten hundert Seiten

Heute geht es um eine Eigenart, die sich in den letzten Jahren in mein Leseverhalten eingeschlichen hat. Und zwar ist es so, dass ich irgendwann anfing, die letzten 100 Seiten eines Buches in Gedanken zu zelebrieren. Das klingt ein wenig schräg, kann sein, aber für mich gehört das mittlerweile einfach dazu. Wenn ich merke, dass es auf das Ende zugeht, dann schaue ich immer mal, auf welcher Seite das Buch endet. Und wenn ich dann genau hundert Seiten vor dem Ende bin, beginnt dann für mich die Zeit, in der ich mich sozusagen gedanklich auf das Ende vorbereite und langsam Abschied von dem Buch nehme. Das mache ich bei fast allen Büchern, die mehr als 200 Seiten haben. 
Das ist so ähnlich wie die letzten Schritte auf dem Heimweg, wenn man schon die Haustür sehen kann und weiß, dass man dann endlich zu Hause ist. Es ist wie das Ende einer kleinen Reise. 

Kennt ihr diese Eigenart auch? Oder vielleicht eine ähnliche? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

14. März 2016

RIP IT or SHIP IT | Moodys Höllenhund auf Reisen

Heute kommt die zweite Folge von RIP IT or SHIP IT nach Art der Lady! Mal sehen, was wir heute an Paaren erhalten und was die so leisten können ;)


Vorgehensweise
  1. Ich schreibe 10 Namen von Personen aus meinen liebsten Büchern auf kleine Zettel. Personen sind bei mir übrigens auch Tiere, Geister usw. Alles, was irgendwie redet oder sonst etwas tut.
  2. Ich falte die Zettel zusammen und mische sie einmal durch.
  3. Dann schreibe ich wahllos die Nummern von 1-10 auf die Zettel.
  4. Dann bitte ich einen Freund, heute ist das der liebe Hans, mir fünf Zahlenpaare zu nennen.
  5. Und dann geht der Spaß auch schon los ;)

Die heutige Aufgabe lautet: Reist ohne Geld in 80 Tagen um die Welt

Folgende Paare haben wir gezogen:

Mrs. Norris (Harry Potter) und Mrs. Norris (Mansfield Park)
Was für ein schönes Paar! Die beiden Keifzicken werden sich sicher gut verstehen. Außer wenn Filch mit muss, dann könnte es Probleme geben. Die menschliche Norris ist sicher gut darin, den Leuten ihr Geld abzumeckern. Vielleicht trifft sie unterwegs auch einen reichen Verwandten oder Bekannten, dann sollte die Sache geritzt sein. Zusätzlich könnte Miezen-Norris noch süß mit den Augen funkeln oder unterwegs für irgendeinen Geheimdienst spitzeln. Die beiden sind doch echt ein Traumpaar!    

Molly Weasley (Harry Potter) und Dorian Gray (Das Bildnis des Dorian Gray)
Für die beiden wird es schon schwieriger werden. Der liebe Dorian macht auf mich keinen sehr klugen und einfallsreichen Eindruck. Wenn er die ganze Fahrt über nur in den Spiegel schaut und Molly das Sagen hat, könnte es klappen. Immerhin ist sie eine Hexe und Flohnetzwerken kann man sicher auch gut ohne Geld. 

Fluffy (Harry Potter) und Alastor Moody (Harry Potter)
Tja, da hat der liebe Alastor ja viel zu tun. Fluffy passt auf keinen Besen, in keinen Kamin, in kein Flugzeug. Er könnte natürlich mit ihm apparieren, falls Fluffy stillhalten kann. Ich glaube auch nicht, dass Fluffy große Lust auf´s Reisen hätte. Neee, das wird nüscht!

Geert von Instetten (Effi Briest) und Effi Briest (Effi Briest)
Das Paar hat noch weniger Chancen als Fluffy und Moody. Geert ist total unsympathisch und autoritär und Effi kann man ja wohl nicht als den Aktionismus in Person bezeichnen... 

Isolde (Tristan, gemeint ist Markes Frau) und Bilbo Beutlin (Der Hobbit)
An dem Paar könnten sich sicher die Geister scheiden. Ich würde die beiden als sehr hoffnungsvolles Paar bezeichnen. Isolde ist zwar nicht die Hellste, kann das aber mit ihrer Schönheit ausgleichen. Dafür ist Bilbo umso schlauer und einfallsreicher. Ich sehe die beiden schon vor mir, wie sie im Orient-Express Tee schlürfen, den Amerikanern Mittelhochdeutsch beibringen und ein australisches Barbecue genießen, ohne sich vollzukleckern.

Nun kann ich mich gar nicht entscheiden, wer meine Sieger sind. Was sagt ihr dazu?

13. März 2016

Wie man sich auf ein Buch freuen kann, obwohl man schon alles weiß...

Als ich im Sommersemester 2015 die Vorlesung Überblick über die ältere deutsche Literatur an der Uni Innsbruck besuchte, hatte ich vorher kaum etwas an mittelalterlicher Literatur gelesen. Ich kannte den Parzival und das Nibelungenlied. Und da auch nur die gekürzten Ausgaben für Jugendliche.

Und es kam, wie es kommen musste: Im Zuge dieser Lehrveranstaltung bekam man auch mit, worum es bei Erec, Iwein und Tristan ging. Eigentlich sollte man nun denken, dass mir diese Vorlesung die nachfolgende Lektüre dieser Werke kaputt gemacht hat.

So war es aber nicht. Die Dozentin (Waltraud Fritsch-Rößler) hat den Inhalt dieser Romane so lebendig vorgetragen, dass ich mich auf die Lektüre richtig zu freuen begann. Man erlebt es selten, dass jemand so ausdrucksvoll über den Inhalt eines Buches redet und einem dann (metaphorisch gesprochen) das Wasser im Mund zusammenläuft. Und als ich dann begann, die Werke zu lesen, war es überhaupt kein Nachteil, dass ich schon wusste, was passieren wird. Die Lektüre war für mich trotzdem schön, spannend, ereignisreich, emotionsgeladen und überraschend. 

Es muss also kein Nachteil sein, wenn man schon viel über ein Buch weiß, bevor man es liest. Habt ihr auch schon solche Spoiler-Erlebnisse gehabt?    

6. März 2016

RIP IT or SHIP IT ein wenig abgewandelt

Dieser Tag bzw. dieses Spiel ist ja bei Booktubern und Buchbloggern sehr beliebt. Daher dachte ich mir: Das kann ich doch auch machen. Allerdings möchte ich das Ganze etwas abwandeln, da mir die normale Version irgendwie zu langweilig war. Ich mache es so, dass ich meinen Personenpaaren eine Aufgabe stelle. Und ich beurteile dann, ob die beiden Personen zusammen in der Lage wären, diese Aufgabe zu bewältigen. Und außerdem hab ich echt Lust, das jetzt öfter zu machen.



Vorgehensweise
  1. Ich schreibe 10 Namen von Personen aus meinen liebsten Büchern auf kleine Zettel. Personen sind bei mir übrigens auch Tiere, Geister usw. Alles, was irgendwie redet oder sonst etwas tut.
  2. Ich falte die Zettel zusammen und mische sie einmal durch.
  3. Dann schreibe ich wahllos die Nummern von 1-10 auf die Zettel.
  4. Dann bitte ich einen Freund, heute ist das der liebe Hans, mir fünf Zahlenpaare zu nennen.
  5. Und dann geht der Spaß auch schon los ;)

Die heutige Aufgabe lautet: Besiegt Lord Voldemort.


Hier kommen meine Paare:

Dobby (Harry Potter) und Alice Cullen (Twilight)
Die beiden wären sicher süß zusammen. Aber ich denke nicht, dass sie eine Chance hätten. Wahrscheinlich würden sie lange überleben, weil Dobby sich ja schnell wegzaubern kann und Alice alles Mögliche voraussehen kann. 


Die Maulende Myrte (Harry Potter) und [Brünhilde] Blum (Totenfrau)
Die zwei hätten wohl eher eine Chance. Ich denke, die beiden könnten Voldi recht lange in Schach halten. Blum könnte es sogar hinbekommen, Voldemort davon zu überzeugen, dass sie eine gute Todesserin abgeben würde. Und ich meine, dass es für Voldemort schwierig werden könnte, Myrte loszuwerden. Denn umbringen kann er sie ja nicht mehr. Vielleicht gibt er irgendwann einfach auf?

Smaug (Der Hobbit) und Severus Snape (Harry Potter)
Ich stell mir grade vor, wie ein grimmiger Snape auf dem Drachen in den Kampf reitet. Die beiden würden ja echt ein gutes Paar abgeben, auch in anderen Lebenslagen. Snape hat Voldemort ja jahrelang veralbert und Smaug kann die ganzen Todesser ausschalten. Ja, die beiden könnten das.


Oberst Brandon (Verstand und Gefühl) und Tristan (Tristan von Gottfried von Straßburg)
Auch ein tolles Paar, aber da keiner von beiden etwas gegen Magie ausrichten könnte, würden sie es wohl nicht schaffen. 


Albus Dumbledore (Harry Potter) und Nathanael (Der Sandmann)
Also eigentlich dachte ich, dass das Paar mit Dumbledore die besten Chancen hat. Denkste! Dumbledore müsste sich so sehr abmühen auf Nathanael aufzupassen und den vom Weinen abzuhalten, dass er sicher irgendwann draufgehen würde. 


Wenn ich mich für ein Paar entscheiden müsste, dann wären es ganz klar Smaug und Snape. Die beiden könnte man gut zusammen in einer Fanfiction verarbeiten. Das würde mir sicher gefallen. Schade, dass ich keine FFs schreibe!

Wie findet ihr meine Paare? Schreibt es mir doch in die Kommentare!

3. März 2016

Was echte Bücherwürmer nie sagen würden #4

10. "Wenn ich nicht mehr weiterlesen will oder kann, höre ich einfach irgendwo auf. Kann ja ab da wieder weitermachen."
Haben solche Leute ein super Gedächtnis, oder warum können die sich nicht die Mühe machen, wenigstens bis zum nächsten Absatz weiter zu lesen?

11. "Ein Buch ist doch nur ein Buch." 
Ja klar, und die eigene Mutter ist auch nur irgendeine x-beliebige Frau aus meinem Leben. Und mein Partner ist auch nur irgendwer, mit dem ich zufällig zusammenwohne...

12. "Ich hab schon mal ein Buch gelesen, ich muss keins mehr lesen."
Ja, das hat tatsächlich schon mal jemand zu mir gesagt. Sich das anhören zu müssen, war so, wie wenn mir jemand sagt, dass H.C. Strache ein total fairer und intelligent handelnder Mensch sei. Ja ne, is klar... 

Fragen, Beschwerden und Anregungen zum Thema bitte in die Kommentare!

29. Februar 2016

Klärt mich auf! Wie läuft das mit den E-Books?

Da ich keine Lust habe, mir mein Wissen bezüglich E-Books selbst anzueignen, dachte ich mir, ich klaue es einfach bei andern zusammen. Das ergibt doch die beste Kosten-Nutzen-Relation.

Nein, so soll das hier eigentlich nicht laufen. Es ist so: Ich habe keinen E-Book-Reader und war bisher auch eher ein Gegner davon. Das liegt natürlich daran. dass ich mit echten Büchern aufgewachsen bin und es gar nicht anders kenne. Aber da das nun eine neuartige Form des Lesens ist, dachte ich mir, dass ich gerne mehr darüber wissen möchte. Und weil man schlecht über etwas schreiben kann, was man gar nicht kennt – zumindest ist das nicht meine Art – dachte ich, dass ich einfach mal ein paar Fragen diesbezüglich in den Raum werfe und mir eure Erfahrungen anhöre, bzw. lese! Also wenn Du einen E-Book-Reader hast bzw. E-Books liest, dann fühl dich ruhig angesprochen und poste mir deine Erfahrungen und dein Wissen in die Kommentare. Je mehr Leute mitmachen, desto informativer wird das Ganze. Du musst auch nicht alle Fragen beantworten, sondern einfach die, zu denen du etwas sagen willst. Ich hoffe, dass viele mitmachen, weil ich gerne mehr über das Thema erfahren möchte.

Also dann fange ich doch einfach mal an.

1. Das Feeling ist anders
Ein Buch zu lesen fühlt sich für mich schön an. Der Umschlag, das Papier der einzelnen Seiten, der Geruch. Ein Buch in den Händen zu halten ist einfach schön und warm und familiär. Jede Seite ist anders, und jede Stelle fühlt sich auf ihre eigene Art besonders an. Hat man das Buch gebraucht gekauft, nimmt man vielleicht etwas vom früheren Besitzer wahr. Z.B. Randnotizen, zurückgelassene Klebezettel oder einfach nur, dass man merkt, dass eine bestimmte Seite ganz oft aufgeschlagen wurde. 
Wie sieht das denn bei E-Books aus? Fühlen die sich alle gleich an, da sie ja nur aus Daten bestehen? Klar, der Geruch kann sich ja nicht mit der Zeit ändern. Und auch die Hülle, also der Reader, bleibt ja immer gleich. Und merkt man es irgendwie, ob genau das E-Book zuvor von jemand anderem gelesen wurde?

2. Es gibt keine Seiten
Wenn ich lese, dann lese ich nicht einfach nur die Buchstaben und Worte runter. Ich nehme auch die ganze Seite und auch die anschließende Seite wahr. Manchmal schweift der Blick kurz zu einer anderen Stelle der Seite, weil da irgendetwas stand, was einem nun wieder eingefallen ist. Oder so ähnlich halt. Ich denke mal, dass das bei vielen so ist, aber dass das nicht jeder so mitbekommt. 
Hat man bei E-Book-Readern richtige Seiten, oder ändert sich das je nach Gerät? Wenn ich mal im Bus heimlich auf Reader von anderen schaue, dann denke ich immer: Man, hat man da wenig Text mit einem Mal im Blick. Stört euch das oder findet ihr das sogar besser?

3. Man kann sie nicht ins Regal stellen
Klar, in erster Linie liest man Bücher. Aber wenn sie mal gelesen sind und im Regal stehen, tragen sie doch auch zum Wohlbefinden daheim bei. Ja, sie nehmen viel Platz weg und verstauben auch gerne, aber ich kann ihnen das auch ganz gut verzeihen. Und ich liebe es, einfach mal ein schon gelesenes Buch aufzuschlagen und meine Lieblingsstellen nachzuschlagen. 
Habt ihr E-Book-Leser auch viele Bücher aus Papier daheim oder braucht ihr gar keine, um euch in euren eigenen vier Wänden wohl zu fühlen?

4. Man kann sie nicht so weitergeben wie richtige Bücher
Wenn ich ein Buch aus irgendeinem Grund nicht mehr behalten möchte, dann verkaufe oder verschenke ich es. Alternativ kann man es auch auf eine kleine Reise schicken (Bookcrossing). Und wenn ich ein Buch verschenken möchte, dann kann ich es in schönes Papier einpacken.
Was passiert mit E-Books, die man nicht mehr will? Werden die gelöscht? Kann man die verkaufen? Behält man sie einfach, weil, sind ja nur Daten?

5. Ein Buch kann ich einfach aufklappen und lesen (außer im Dunkeln, da geht nix)
Aber bei einem E-Book braucht man eben ein Gerät und Strom...
Wie lange halten denn die Batterien von diesen Readern so? Und kann man mit denen auch im Dunkeln lesen? Und kann man mit jedem Reader alle E-Books lesen? Kann man E-Books ausleihen? Und können gekaufte E-Books auch verloren gehen oder beschädigt werden? 

Ich denke, das war es fürs Erste. Da ist ja auch schon viel zusammengekommen. Falls Dir noch mehr zum Thema einfällt, kannst Du mir das natürlich auch in die Kommentare schreiben.

Ich freue mich darauf, eure Kommentare zu lesen ;)

25. Februar 2016

Was echte Bücherwürmer nie sagen würden #3

7. "Bücher kann man super als Unterlage für alles Mögliche benutzen."
Das Einzige, was man auf Bücher legt, sind andere Bücher!

8. "Wenn ich nicht weiß, was ich jemandem schenken kann, kauf ich einfach irgendein Buch."
Am besten noch irgendeine Neuheit, um auf Nummer sicher zu gehen, oder was??? Wer Bücher mit irgendwelchem Plunder, wie Kerzen oder Vasen, gleichstellt, sollte sich mal Gedanken um seine innere Einstellung machen. Bücher sind keine guten Geschenke, da Lesen etwas sehr individuelles und sensibles ist. Einfach irgendeine Neuerscheinung zu kaufen ist ein absolutes No-Go.

9. "Bücher muss man nicht mehrmals lesen, da steht ja dann eh nichts Neues drin."
Man erfasst ein Buch beim Lesen nie zur Gänze!

Fragen, Beschwerden und Anregungen zum Thema bitte in die Kommentare!